Transfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit, Wissenschaftsfeindlichkeit

…im sozialen Medium Twitter von Juli bis Oktober 2020. Alle diese Tweets wurden öffentlich und für alle sichtbar gepostet. Dieser Blogbeitrag ist als kleines Sammelsurium zu verstehen, um Außenstehenden die Debatte näherzubringen und einen kleinen Einblick zu gewähren.

Inhalt

Eine kurze Geschichte der Argumente der Transgenderverfechter in Screenshots

Folgend möchte ich illustrieren, wie ausbaufähig unser Bildungssystem ist und welche grundlegenden Defizite bezüglich des Verständnisses basaler biologischer Tatsachen existieren.

Vorweg zum Verständnis eine verkürzte Einführung in die Begrifflichkeiten, die von GenderverfechterInnen verwendet werden:
trans“ bezeichnet Menschen, die mit ihrem biologischen Geschlecht nicht einverstanden sind und gerne ein anderes Geschlecht hätten als das, das sie haben (dazu gleich mehr)
cis“ soll alle anderen Menschen bezeichnen
TERF“ wird als frauenfeindlicher Kampfbegriff verwendet (Näheres dazu hier)
„binär“ verweist darauf, dass es zwei Geschlechter gibt
„Transphobie“ soll eigentlich Feindlichkeit gegen transidente Menschen bezeichnen, wird aber völlig inflationär verwendet und ist daher bedeutungslos geworden (siehe hier)

Zu „Trans“: Früher galt eine Person als transsexuell, wenn sie sich mit den Geschlechtsmerkmalen ihres Körpers enorm unwohl fühlte („Geschlechterdysphorie“) und gerne das entgegengesetzte Geschlecht hätte. Ein Mann will demnach eine Frau sein, eine Frau ein Mann. Dieses Unwohlsein wurde mitunter durch Operationen an den Genitalien zu beheben versucht.
Mittlerweile ist „trans“ aber zu einem „Umbrella term“, also einem Regenschirmbegriff geworden, der alle Menschen, die sich – empfunden – nicht mit sexistischen Stereotypen anfreunden, einschließt. (Weitere Differenzierung hier)
Die Ansicht, dass die Betroffenen sich tatsächlich unwohl in ihrem Körper fühlen müssen, um „trans“ zu sein, gilt mittlerweile als veraltet; es genügt nun zu sagen, dass man „trans“, „Mann“ oder „Frau“ ist, und schon soll man als solche(r) behandelt werden – ohne irgendeine körperliche Veränderung. Wer etwas dagegen sagt, gilt als „transfeindlich“ – dieser Vorwurf kann selbst Transpersonen treffen.

Mittlerweile fallen unter den Begriff „trans“ sogar „Cross dresser“, also Männer, die primär aus sexuellen Gründen oder einfach zum Spaß Frauenkleidung tragen.

Dadurch fiele eigentlich nahezu jede Person unter diesen „Transgender Umbrella“, die nicht 100% den Stereotypen entspricht – also eigentlich alle.

Dazu kommen sehr kreative Vorstellungen von „Geschlecht“. So behaupten viele Beteiligte, dass es das biologische Geschlecht gar nicht gäbe oder etwa, dass z.B. ein Mann eine „biologische Frau“ sei, weil er sich so fühlt. Dabei ist natürlich völlig klar, dass das biologische Geschlecht nie verändert werden kann, selbst wenn der Körper modifiziert wird. Das biologische Geschlecht ist ja selbst vor der Geburt schon via Ultraschalluntersuchung ersichtlich und kann auch lange nach dem Tod, etwa durch die Beckenform, festgestellt werden.

Biologie


Gegen diese Tatsachen stellen sich nun aber einige Personen und leugnen sie schlichtweg. Das führt soweit, dass Journalistinnen belästigt werden, wenn sie solche Fakten mitteilen.

Dieser Tweet war Stein des Anstoßes. Eine Journalistin berichtet hierin von der noch immer nicht unüblichen frauenfeindlichen Ansicht, dass Mädchen minderwertiger seien – was auch der Grund ist, weshalb wegen sogenannter geschlechtsselektiver Abtreibung bis zu 23 Millionen (!) Mädchen abgetrieben wurden. Das ist ein großes Unrecht (und führt freilich innerhalb von Gesellschaften zu weiteren Problemen). War dies der Grund, weshalb die Twitterwelt kurz Kopf stand?
Kurze Zeit später twitterte die Journalistin Folgendes:

Was war in der Zwischenzeit passiert? Wie kann ein Beitrag zur Frauenfeindlichkeit transfeindlich sein?

Natürlich war die Aussage korrekt, dass das Geschlecht durch das Spermium des Mannes bestimmt wird – wie nahezu jede(r) weiß.
Aber der Hinweis darauf, dass sich Menschen ihr Geschlecht nicht aussuchen können, gilt mittlerweile schon als transfeindlich. (Ja, ihr biologisches Geschlecht, nicht etwa das soziale. Ernsthaft.)

Ein beliebter Einwand gegen unerwünschte Tatsachen ist oft, sich zu beklagen, dass dadurch „das Sein“ oder „die Existenz“ von Transpersonen abgesprochen würde. Das ist freilich nicht möglich, diese Männer sind natürlich noch immer Menschen, Männer, auch wenn wir die Illusion, dass sie eigentlich gerne Frauen wären, nicht bedienen. Zudem sind Transpersonen so dominant und präsent in den Medien, Berichterstattungen, Forderungen, Sprachanpassungen, dass deren Existenz auch nicht zu ignorieren ist, selbst, wenn man wollte.

Die sich artikulierenden Männer leugnen dabei nicht etwa, dass es „Gender“, also das soziale Geschlecht, Stereotypen, gäbe – was ja wünschenswert wäre – sondern einige behaupten, dass es tatsächlich das biologische Geschlecht nicht gäbe.

Das trägt kuriose Blüten.

Vielleicht liegen hier einfach grobe Missverständnisse vor, die auch an Übersetzungsschwierigkeiten liegen. Geschlecht im Sinne von biologischem Geschlecht hieße im Englischen „sex“, Geschlecht im Sinne von sozialem Geschlecht hieße im Englischen „gender“. Der Fokus der Identitätskrisen changiert dabei zwischen den beiden und wird gerne durcheinandergewürfelt.

(Der Begriff der „Geschlechtsidentität“ hingegen wurde Mitte des 20. Jahrhunderts von John Money eingeführt.)

Dabei scheinen diese Personen zu vergessen oder zu ignorieren, dass nur ein Mann sich als „Transfrau“ und nur eine Frau sich als „Transmann“ bezeichnen kann. Denn wenn man das Geschlecht besäße, das man sich wünscht, gäbe es keine Notwendigkeit zu Eingriffen usf.

„Gender“ ist allerdings auch nichts, was man sich aussuchen könnte – man wird so erzogen, man wächst so auf, man wird aufgrund seiner Physis gesellschaftlich entsprechend behandelt. Wer aber männlich sozialisiert wurde, männlich aussieht und einen männlichen Körper hat – wie könnte diese Person eine Frau sein? Richtig, kann sie nicht.

Diese interessanten Aussagen können in ihrer Kreativität für sich stehen. Das sind aber leider keine verwirrten Einzelfälle, sondern diese Deutung der Realität ist die Lehrmeinung unter einigen transidenten Männern.

Wir sehen hier also nicht nur ein völliges Unverständnis für Biologie und physische Realität, sondern auch frappierende Unkenntnis bezüglich der Bedeutung von Geschlecht und Gender.

Kindergender und kleine Mädchen

Im Zuge der Ignoranz gegenüber jeglichen Grenzen wird leider nirgends Halt gemacht.

Kinder werden in diese Umdeutungen früh mit einbezogen, nicht nur im Schulunterricht, sondern auch im Elternhaus.

Es ist auffällig, dass gerade ältere Männer nicht etwa ausschließlich erwachsene Frauen sein wollen, sondern die Phantasien über ihr eigenes Dasein auch auf kleine Mädchen fixieren. (Googletipp auf eigene Gefahr: Stefonknee Wolscht.)

Das „Nachholen“ dieser „Mädchenkindheit“ besteht dabei bei einigen Personen in Fetischisierungen, die ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen möchte. Mit einer kurzen Internetrecherche sind allerdings zahllose solcher Beispiele zu finden. Bedenkliche, an Pädosexualität heranreichende Aussagen wie die folgende werden nicht etwa kritisiert, sondern noch bestätigt und für gut („valid“) befunden.

Diese Person bezeichnet sich als „nicht binär“ oder „non binary“, also jemand, der das „binäre Geschlechtersystem“ nicht akzeptiert. Damit bezeichnen sich Personen, die weder 100% „männliche“ noch 100% „weibliche“ Stereotype verkörpern wollen. Somit wäre eigentlich nahezu die ganze Menschheit „non binary“…

Diese abgebildete Person, Alok Vaid-Menon, ist enorm populär.
Auf dem Bild ist seine Aussage zu lesen:

I believe in the radical notion that little girls, like the rest of us, are complicated people. There are no fairy tales and no princesses here. Little girls are also queer, trans, kinky, deviant, kind, mean, beautiful, ugly, tremendous, and peculiar.
I’ve been a cute little girl.

Zu deutsch hieße das in etwa: „Ich glaube an die radikale Vorstellung, dass kleine Mädchen, wie der Rest von uns, komplizierte Menschen sind. Es gibt keine Märchen und keine Prinzessinnen hier. Kleine Mädchen sind ebenfalls queer, trans, versaut, abweichend, lieb, gemein, hübsch, hässlich, ungeheuer, und eigenartig.
Ich bin ein süßes kleines Mädchen gewesen.“

Dieses Zitat kann und muss für sich stehen. Es soll nur darauf hingewiesen werden, dass dieses Narrativ, diese Phantasien, diese Träume populär sind und in der Regel noch affirmiert statt kritisiert werden.
Der besorgniserregende Einbezug von Kindern in die Identifikationsbedürfnisse von Erwachsenen zeigt sich auch etwa an präpubertären Kindern, die als „Drag Queens“ auftreten. Hier müssen viel härtere Linien und Grenzen gezogen werden.

Körper und Medizin

Viele Personen, die sich als „trans“ bezeichnen, nehmen mittlerweile keinerlei Veränderungen an ihren Körpern vor. Es genügt schon, wenn ein Mann sagt, dass er eine Frau ist – und schon wird er als solcher anerkannt und darf nicht in Frage gestellt werden. Wer das tut, wird als „transphob“ gebranntmarkt. Wir befinden uns also in einer Situation, in der erwachsene Männer mit Bart und Penis von sich behaupten, dass sie Frauen oder sogar Mädchen wären, und Widerspruch mit Hasskampagnen bestraft wird.

(Mit dem unten angeführten Selbstbestimmungsgesetz, das am 2.11.2020 im deutschen Bundestag angehört wird, könnte es sogar als Ordnungswidrigkeit mit bis zu 2.500€ Strafe geahndet werden, wenn man jemanden [selbst fahrlässig] auf sein tatsächliches Geschlecht oder den alten Namen hinweist. Der Geschlechtseintrag soll dem Vorschlag zufolge außerdem 1x jährlich geändert werden können.)

Andere Personen wollen auch am eigenen Körper herumexperimentieren, etwa durch Hormonkonsum.

Diese Forderungen werden in etwas abgewandelter und natürlich besser formulierter Form auch im geplanten „Selbstbestimmungsgesetz“ gestellt, nachzulesen etwa hier oder hier. Demnach sollen sich als „trans“ bezeichnende Personen eigenmächtig über ihre – voll von der Krankenkasse zu bezahlende – medizinische Behandlung entscheiden können, obwohl, wie bereits oben erwähnt, keine medizinische Notwendigkeit vorliegt und auch kein Unwohlsein im Körper o.ä. Da dem Gesetzesvorschlag zufolge keine Prüfungen zur Aufrichtigkeit oder Notwendigkeit vorgenommen werden sollen, werde ich mir schon mal überlegen, welche kosmetischen Operationen ich mir wünsche, um die dann praktischerweise von der Allgemeinheit bezahlen zu lassen. (Werde ich freilich nicht tun; möglich müsste es aber sein.)

Durch den Hormonkonsum werden Körperfunktionsveränderungen herbeigeführt, etwa, dass bei Männern ein Sekret aus den Brustdrüsen austritt, hier als „Laktation“ bezeichnet.

Ein beliebtes „Argument“ ist, dass die Vorstellung von menschlicher Biologie und der Medizin völlig veraltet sei und die Ärzte – so wie die gesamte Medizin und Umwelt – sich den Vorstellungen und Wünschen dieser Personen anzupassen haben.

Ärzte, deren wissenschaftliche Expertise manchen Akteuren nicht gefällt, werden auch gerne mal öffentlich mit frommen Wünschen bedacht.

Forschung, vor allem die Forderung nach Langzeitstudien, werden mit solchen Kommentaren bedacht.

Mengele wird von diesen Personen häufiger genannt, die Expertise von MedizinerInnen wird angezweifelt und mit eigenen Deutungen ersetzt.

Immer wieder ist zusätzlich zu beobachten, dass auf Nachfrage nach dem „aktuellen Stand der Wissenschaft“, nach Belegen für Behauptungen oder auch Anfrage nach irgendeiner Art von Quellen selbst das als kritikwürdig empfunden wird.

Nach vielen anstrengenden Diskussionen wurde noch keine einzige valide, wissenschaftlich haltbare Quelle genannt, etwa für andere Geschlechter ausser männlich, weiblich und als Abweichung davon Intersex (was jedoch ein körperliches, angeborenes Phänomen ist; die Personen mit Intersexkondition können ebenfalls in der Regel tendenziell dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden). Bestimmte Fische wie der Clownfisch oder Baramundi-Fisch, oder eine bestimmte Schneckenart, werden oft und gerne als „Beweis“ herangezogen, dass das menschliche Geschlecht nicht dimorph sei. Überhaupt sind Quellen und Belege rar, dafür gibt es umso mehr wilde Ideen.

Lesben. Transbians. Frauen mit Penis.

Wer als Mann mit Penis ein kleines Mädchen sein kann, der kann innerhalb dieser Logik natürlich auch eine Lesbe sein. Zu homophoben Belästigungen von Lesben und Schwulen sind hier bereits einige Quellen versammelt, aber die Masse ist schier endlos. Männer, die sich als Lesben verstehen und richtige Lesben zu Sexualkontakten drängen wollen, nennen sich mitunter auch „Transbians“, eine Mischung aus „Trans“ und „Les-bians“. Dass es sich hierbei um heterosexuelle Männer handelt, die Zugang zu Lesben – die per Definition kein Interesse an ihnen haben – einfordern, ist offensichtlich.

Da sich bis zu 80% der Männer, die sich als „Frau“, „Transfrau“, „trans Frau“ u.ä. bezeichnen, nicht operieren lassen und somit völlig intakte Geschlechtsorgane haben, wird dieser Penis zum „weiblichen Penis“ oder „girl dick“ umgedeutet. Demnach gäbe es „Frauen mit Penis“, und vor allem „Lesben mit Penis“.

Richtige Lesben finden das weniger witzig.

Die Konsequenz daraus ist aber nicht etwa, dass Rücksicht genommen wird und die Sexualität anderer Menschen, vor allem Frauen, respektiert wird. Nein. Die Konsequenz ist Ausschluss aus Veranstaltungen und Räumen, die eigentlich von und für Lesben gemacht und gedacht sind.

Diese Fixierung von Männern auf lesbische Sexualität endet nicht mit einer Fetischisierung.

Es ist also diesen Menschen zufolge transfeindlich, wenn eine Lesbe Männer als Sexualpartner ablehnt.

Frauen – denn Frauen sind das Hauptangriffsziel – sollen also „nur […] Frauen mit Penis als Frauen“ akzeptieren. Aber auch schwule Männer werden zur Zielscheibe dieser modernen Konversionstherapie.

Alle, die die neuartigen Illusionen nicht akzeptieren, werden mit enorm überzogenen Vorwürfen konfrontiert. Aber selbst Personen, die selber eine Transidentität für sich beanspruchen, werden als transphob bezeichnet. (Ja, tatsächlich – Transpersonen werden als transfeindlich bezeichnet.)

In diesem Screenshot geht es um Till Randolf Amelung, eine der sehr wenigen rationalen, nicht wissenschaftsfeindlichen Stimmen. Rationalität ist jedoch ungern gesehen, daher wird auch hier seitens der transidenten Männer gehetzt:

A pro pos Hetze…

Hetze, Faschos, Superlative

Oben haben wir gesehen, dass selbst die lächerlichsten Aussagen bereits als „transfeindlich“ gedeutet werden.

Das war aber nur die Spitze des Eisbergs. Besonders virulent sind Nazivergleiche – völlig ungeachtet dessen, dass viele Frauen, gegen die sich diese Vorwürfe richten, sich oft ihr Leben lang gegen (tatsächlichen) Faschismus engagiert haben.

Das Wissen darum, dass es ein biologisches Geschlecht gibt, reicht dafür oft schon.

Dabei haben englische Transaktivisten bereits so häufig die Shoah für ihre Zwecke instrumentalisiert, indem sie behaupteten, dass Transpersonen stärker verfolgt wurden als Schwule oder gar als Juden, dass eine Historikerin sich bemüßigt sah, folgenden Aufklärungstext auf englischer Sprache zu verfassen.

Der „Faschismus“-Begriff ist dabei ebenso… kreativ… wie die Vorstellung von biologischem Geschlecht.

Auf die Frage danach, wie Frauen diese Männer dazu bewegen könnte, weniger frauenfeindlich zu sein, gibt es nur zwei Optionen: Absolute Unterwerfung oder Vernichtung.

Historisch bewanderte LeserInnen werden die von den Frauenhassern verwendeten Begrifflichkeiten, die hier von einer Frau kritisiert werden, erkennen. Aber das hilft alles nichts – „Terfs“ müssen abgeschafft werden, Männer einbezogen, erst dann geben sie Ruhe.

Die Frage nach Schutz von Mädchen wird dabei als „Unterdrückungstool“ gedeutet. Dem geplanten Selbstbestimmungsgesetz zufolge stünde nämlich jeder bislang geschlechtergetrennte Raum jedem offen.

Und Menschen, vor allem Frauen, die diesbezüglich Bedenken äußern, werden als „faschistisch“ dargestellt.

Mit „J K R“ ist hier J. K. Rowling gemeint, die Kinderbuchautorin, die seit Monaten mit Gewaltphantasien, Vergewaltigungsdrohungen und Penisbildern belästigt wird – weil sie sich dafür ausgesprochen hat, dass an bestimmten Schutzorten wie etwa im Frauenhaus Räume existieren sollten, in denen Frauen ohne Anwesenheit von Männern sein können. Ihr Statement ist hier in deutscher Übersetzung zu lesen.

Viele dieser Personen legen dabei ein Verhalten an den Tag, das gemeinhin eindeutig als „männlich“ konnotiert werden würde und mit „toxischer Männlichkeit“ bezeichnet werden könnte. Der liebreizende Mann, der den untersten Kommentar verfasst hat, posiert auf seinem Profilbild übrigens mit einem rosa-hellblau lackierten Baseballschläger – ein Insignium in der Transcommunity, womit die Gewaltbereitschaft signalisiert werden soll.

Gewalt

Die rosa-hellblaue Farbkombination ist die Farbe der „Transgenderflagge“. Weitere Waffen:

Die Gewaltandrohungen bleiben allerdings keine Theorie, sondern werden auch zur Praxis. Diese Person hat in England eine 60-jährige Frau körperlich angegriffen und zu Boden geworfen, weil sie zu einem Frauentreffen gehen wollte.

Eine Ausstellung in einer Bibliothek in San Francisco hat diesen Frauenfeinden Platz eingeräumt und deren Gewaltphantasien dadurch noch mehr Raum gegeben. Auf dem Schild rechts steht „DIE CIS SCUM“, was so viel bedeutet wie „Stirb, Cis Abschaum“ (also alle, die nicht trans sind).

#Notallmen – Natürlich sind NICHT alle Männer, die sich als Frau bezeichnen, gewalttätig – allerdings sind doch sehr viele Fälle belegt, in denen Gewalt eben von transidenten Männern gegen Kinder und Frauen ausging; für UK etwa hier gesammelt. Jeder Fall ist einer zu viel.

Dieses Verhalten schadet also integren Männern, Frauen, Kindern und sogar Transsexuellen.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass nicht nur Frauen, Lesben und Schwule unter diesem unsäglichen Verhalten leiden, sondern auch die tatsächlich von dysphorischen Gefühlen betroffenen Menschen, die in Ruhe ihr Leben leben wollen und niemanden belästigen. Diese gehen allerdings in der endlosen Masse aggressiver, grenzüberschreitender Männer unter.


Die tatsächliche Gewalt gegen Frauen wird von den sich als „Frau“ bezeichnenden Männern ebenfalls verharmlost und der Hinweis darauf, dass bereits zahlreiche Übergriffe von diesen Männern auf tatsächliche Frauen stattgefunden hat, wird ebenfalls als „transfeindlich“ bezeichnet. Unter dem als Schimpfwort gebrauchten Kampfbegriff „TERF“ wird dabei sämtliche verbale Gewalt und alle Morddrohungen gegen Frauen legitimiert.

Dabei ist uns kein Fall bekannt, in dem tatsächlich eine Frau einen transidenten Mann bedroht hätte. Wenn Gewalttaten überliefert sind, dann gehen sie von anderen Männern aus. Aber auch dieser Hinweis wird als „Hass“ interpretiert und eine klassische Täter-Opfer-Umkehr betrieben. Die Identifikation mit dem eigenen Geschlecht scheint bei vielen dann doch noch größer zu sein, als sie sich eingestehen wollen.

Radikalfeministinnen (dafür steht das „RF“ in „TERF“) stehen in der Schusslinie dieser aggressiven Männer. Denn Radikalfeministinnen fokussieren sich auf die Verbesserung der Situation von Frauen, auf ein Ende von weiblicher Genitalverstümmelung, häuslicher Gewalt, Kinderehen und Prostitution. Radikalfeministinnen wissen – und sprechen es aus – dass es keine „Lesben mit Penis“ gibt. Frauen sind in der männlichen Phantasie aber diejenigen, die die ‚eigentliche‘ Gewalt ausüben.

Weist man dann darauf hin, dass es in Deutschland faktisch keine Morde an Transpersonen gab, dafür zahlreiche Femizide, ist das natürlich auch unerwünscht.

Ermordete Frauen zu erwähnen ist ebenfalls transphob.

Deutsche Politik und Frauenrechte

(Der folgende Abschnitt wurde unter dem Blogeintrag zur Frauenpolitik 2020 übertragen, erweitert und [leider] aktualisiert. Dort werden sich auch künftige Exempel finden.)

Wie ersichtlich wurde, wird der Begriff „TERF“ ausschließlich im negativen und oft auch bedrohenden Kontext verwendet. Leider hält das selbst einige offizielle Politiker nicht davon ab, ihn ebenfalls zu verwenden, um Frauen zu diffamieren.

Sven Lehmann, MdB der Grünen, der sich vor einigen Jahren noch als „Feminist“ hervortat, damit Karriere machte und sogar ein „Mannifest“ des Männerfeminismus verfasste, verwendet diesen frauenfeindlichen Begriff ebenfalls.

Dieses „Selbstbestimmungsgesetz“, das von den Grünen und der FDP gepusht wird, wird am 2.11.2020 im deutschen Bundestag erneut angehört. Es würde Männern wie den oben vorgestellten uneingeschränkten Zugang zu sämtlichen Frauenschutzräumen wie Damentoiletten, Sammelumkleiden, Gemeinschaftsduschen, Krankenhauszimmern, Frauenhäusern und Frauengefängnissen ermöglichen – ohne Operation oder sonstige Indizien; es würde einfach genügen, dass ein Mann sagt, dass er eine Frau ist, und schon könnte er mit einem einfachen Gang zum Standesamt seinen rechtlichen Personenstand ändern.

Nähere Informationen dazu finden sich unter fffrauen.de/tsg-reform.

Fake News?

Sowohl Lehmann als auch Beck setzen sich lautstark für ihre Geschlechtsgenossen ein. Auf problematische Fälle angesprochen, leugnen sie diese oder tun sie als ‚Fake‘ ab. Dabei kennen selbst Personen, die sich nicht in den „LGBTT“-Communities bewegen, diese Fälle, da sie medial breit diskutiert wurden. Wer sich also (in seinem Fachgebiet) nicht auskennt, der könnte doch wenigstens googlen, oder?

Nein, es wird lieber geleugnet oder Falschmeldungen unterstellt.

Lehmann etwa leugnete im deutschen Bundestag, dass es den Fall „Karen White“ gegeben hätte. Karen White, ein verurteilter Pädophiler und Sexualstraftäter, wurde auf eigenen Wunsch in ein Frauengefängnis verlegt. Innerhalb von drei Monaten hat er dort, im Gefängnis, zwei weitere Frauen sexuell belästigt. Der Fall wurde sogar im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ beschrieben, wo der Vergewaltiger mit weiblichen Pronomen beschrieben wurde. Der Fall ging international durch die Presse und ist nur einer von vielen.

Ob uninformiert oder vorsätzlich – Lehmann hat diesen Fall am 19. Juni 2020 im deutschen Bundestag angezweifelt und als „romanhaft“ abgetan.

Vier Monate später war ihm das leider wieder entfallen.

Ob die Bundestagsprotokolle wohl Fakenews sind? Fragen wir Volker Beck, der ebenfalls nicht sonderlich gut informiert zu sein scheint.

Auf den Fall von Fallon Fox angesprochen – einem Mann, der als „Frau“ in einer Frauenkategorie beim MMA-Wettkampf antrat, seiner nicht über sein Geschlecht informierten Kontrahentin daraufhin den Schädel brach und sein Opfer anschließend sogar noch verhöhnte – unterstellte Beck, dass es sich hierbei um einen „Fake“ handele. Dabei sind auch zu diesem Fall zahllose Artikel innerhalb einer Sekunde online zu finden.

Es ist schwer vorstellbar, dass diese beiden Männer im Interesse von Frauen handeln. Jedenfalls sprechen ihre Aussagen und Verhaltensweisen dagegen. Und beide pushen das „Selbstbestimmungsgesetz“, mit dem jeder Mann ohne Umschweife in Frauengefängnissen untergebracht werden könnte und jeder Mann ohne Umschweife im Frauensport mitmachen könnte – was übrigens in Deutschland ebenfalls jetzt schon passiert.

Dieses Gesetz sah in der Vorlage von 2017 noch Schutz vor Missbrauch vor, dieser ist in der Vorlage von 2020 aber nicht mehr zu finden.

Auf die Frage danach, wieso dieser Missbrauchsschutz unter § Abs. 4 – der ohnehin schon schwammig und schwach gewesen wäre – wieder getilgt wurde, wird nur mit dem Vorwurf „TERF“ entgegnet, oder geschwiegen. Auf sachliche Fragen wird nicht eingegangen oder mit Vorwürfen in oben zitierter Manier reagiert. Alle von Frauen angeschriebenen Abgeordneten schwiegen meines Wissens nach bisher zu der Frage, wie denn die Sicherheit von Frauen und Kindern gewährleistet werden könne – oder sie wälzten die Verantwortung dafür auf die Vereine, Institutionen etc. ab. Dabei haben die Grünen selbst den Missbrauchsschutz wieder aus dem Gesetz getilgt. Bei einer solchen Sachlage dürfe es doch eigentlich erlaubt sein, Fragen nach den Hintergründen zu stellen und danach, ob es überhaupt Untersuchungen, Studien oder Beratungen mit Frauenrechtlerinnen dazu gab. (Ich nehme vorweg: Nein, gab es nicht.) Stattdessen werden Frauenrechtsvereine von den TransrechtsaktivistInnen aktiv mit Hetzkampagnen bedacht, was ich in der kommenden Zeit noch hier aufarbeiten werde.

Mitunter rufen Männer, die sich als Frauen ausgeben, unter großer Zustimmung sogar explizit zur Gewalt gegen Frauen auf.

Und es geht noch weiter:

Kritik an Gewalt ist nun auch transfeindlich. Aber es ist noch immer nicht vorbei (und hier finden wir – erneut – die Phantasie, dass es sich bei diesen Männern um „Mädchen“ handeln würde):

Das „Fantasieren“ über „körperliche Gewalt an TERFs“ wird hier nicht nur legitimiert, es wird sogar dazu aufgerufen, noch „einzustimmen“. Diese männliche Gewalt soll als „weibliche“ Gewalt umgedeutet werden. Die Straftaten dieser Männer würden mit dem geplanten Gesetz übrigens ebenfalls als Straftaten von Frauen erfasst werden.

Diese Art der Argumentation aus dem Screenshot ist bekannt. Die erste Regel der Frauenfeindlichkeit lautet: Frauen für die Gewalt Anderer verantwortlich machen. Ob es die übliche „Sie trug einen Minirock, also hat sie es herausgefordert“-Rechtfertigung oder, wie hier, „Sie hat nicht den gleichen Glauben wie ich, also hat sie es herausgefordert“-Argumentation ist.


Dies ist die Situation, in der sich Frauen in Deutschland momentan befinden.

Es fällt auf, dass nahezu alle diese Angriffe und absurden Umdeutungen der Realität von biologischen Männern stammen und gegen biologische Frauen gerichtet sind.

Daher haben wir Frauen ein berechtigtes Interesse daran, dass dieses Gesetz nicht eingeführt wird.

Frauenrechte sind gefährdeter denn je. Ein so frauenfeindliches, haltloses, wissenschaftsfeindliches und missbrauchsanfälliges Gesetz darf auf keinen Fall verabschiedet werden.

Stand: 26.10.2020, Victoria Feuerstein.

Es sei darauf hingewiesen, dass nahezu alle oben zitierten Beiträge aus den letzten drei Monaten stammen und nur einen kleinen (und nicht einmal den extremsten) Ausschnitt darstellen. Würde die Debatte nicht gezielt unterdrückt werden (so wie wir Frauen wegen unseres Geschlechts…), würde es fair ablaufen, würden wir nicht permanent beleidigt, bedroht und fetischisiert werden, wäre das hier alles gar nicht nötig.